Wie gehst du eigentlich mit dir selbst um, wenn es dir schlecht geht, du dich unwohl fühlst und dir scheinbar alles zu viel ist?

Bahnt sich in unserem Leben eine Krise an, gehen wir Menschen auf unterschiedliche Art und Weise  mit dieser von uns als herausfordernd erlebten Situation um.

Manche von uns finden einen tröstenden, liebevollen und anteilnehmenden Umgang mit sich selbst. Sie wählen Worte, die sie verständnisvoll durch herausfordernde Situation begleiten. Sie begegnen sich selbst auf eine empathische und mitfühlende Weise und sagen innerlich zu sich selbst Worte wie etwa: “Ach miste, du arme Socke, hast du heute wieder Mal nicht das erlebt, was du dir eigentlich erhofft hast” oder “Ach du Armer/e, hast du es heute aber auch schwer gehabt”. Sie legen liebevoll einen Arm um sich und schenken sich selbst auf diese Art Trost, Schutz und Mitgefühl.

Dies ist jedoch nur eine Möglichkeit, wie wir in einem Krisenerleben mit uns selbst umgehen können.

Ich würde vermuten, dass die meisten Menschen, die sich in ihrem Leben gerade in einer schwierigen und/oder herausfordernden Situationen befinden, gegenteilig mit sich selbst umgehen und eher eine Sprache wählen, die von etwaigen Vorwürfen sowie von Aggressivität geprägt ist, also eher eine Sprache wählen, die sich gegen sie selbst wendet und weniger einfühlsam und verständnisvoll auf das aktuell Erlebte reagiert. 

Bestimmende und antreibende Sätze wie etwa “Mensch, stell dich nicht so an”, “Du kapierst das nie” oder “Das ist mal wieder so typisch für dich, nichts bekommst du auf die Reihe” ziehen dann ihre gewohnten Bahnen durch unser Köpfe und (ver-)hindern somit, dass sich unser gewünschtes Erleben (mutiger, selbstbewusster, stärker zu sein) einstellt. An diesem Punkt unseres Erlebens beginnt der innerliche Kampf zwischen unserem Bewussten und Unbewussten Erleben. Eine Diskrepanz zwischen dem gewünschten Erleben (bewusst) und dem wie es ist (unbewusst) entsteht und wirft an manchen Tagen große Fragen in uns auf.

Wählen wir an solchen von uns als schwierig erlebten Tagen, eine negative Sprache für unseren inneren Dialogen, verstärken wir damit das von uns als leidvoll erlebte Erleben maßgeblich und versperrt uns den Zugang zu (neuen) LösungsStrategien.

Ich bin mir nicht sicher, aber vielleicht kennt ihr auch so jemanden oder ihr kennt zumindest jemanden, der jemanden kennt, dem es vielleicht des öfteren irgendwie so ergehen könnte. 

An dieser Stelle möchte ich euch oder euren Bekannten gerne dazu einladen, sich einmal mit den folgenden Frage genauer auseinanderzusetzen, um bei einer nächsten Krise zumindest ein klein wenig besser gewappnet zu sein.

Hast du schon einmal darauf geachtet, welche Worte du in solchen von dir als herausfordernd erlebten Situationen für deine inneren Dialoge wählst, also wie du selbst mit dir redest?

Welche Beziehung und welche Haltung du in einer solchen Situation zu dir selbst einnimmst? 

Wie ist deine Atmung? 

Wie bewegst du dich? 

Wohin lenkst du deinen Aufmerksamkeitsfokus? 

Wie nah lässt du in solch einer Situation äußerliche Impulse an dich heran kommen? 

Wie beschreibst und bewertest du für gewöhnlich herausfordernde Situationen?

Wie groß fühlst und/oder machst du dich oder wie klein? 

Wie erklärst und benennst du typischerweise deine Probleme?

Es geht darum, Stück für Stück zu schauen, welche optimale Bedingung du für dich schaffen kannst, um den kommenden oder aktuellen Herausforderungen und/oder Hindernissen in deinem Leben, möglichst flexibel und mitfühlend zu begegnen.

Eine Einladung, die für dich gangbare nächste Schritten ermöglicht und neue Verästelungen und Vernetzungen in deinem Gehirn bahnt. Eine Einladung für eine liebevolle Kommunikationskultur sowie für eine empathische und anerkennende Beziehung zu dir selbst.

Liebst, Sarah & Michelle

Geprägt und inspiriert von den Worten, Ansichten und Konzepten von Dr. Gunther Schmidt dem Begründer der Systemischen Hypnotherapie uvm.